(C)A.Kurth
Auf relativ gering
frequentierten Nebenbahnen ist häufig zu beobachten, dass
zunächst ein modifiziertes Betriebskonzept entwickelt wird, um den
volkswirtschaftlichen Nutzen vermeintlich zu steigern. Dieses
modifizierte Betriebskonzept hatte dazu geführt, dass die
Einstellung der Personenverkehrsleistungen zwischen Brandis und Trebsen
zunächst durch eine erhebliche Angebotsverbesserung zwischen
Brandis und Beucha möglichst kompensiert worden war. So war
zunächst ein Stundentakt und später sogar eine
stündliche Verlängerung der Züge von/bis Leipzig Hbf.
eingeführt worden. Hierzu wurden die Triebwagen aus/nach Brandis
bzw. Döbeln jeweils im Bahnhof Beucha geflügelt. Zwischen Beucha
und Leipzig Hbf. musste dementsprechend stets zweiteilig gefahren
werden.
So konnte zwar eine zweifelsfrei attraktive Direktverbindung geschaffen
werden, aber es blieb das Problem des Verhältnisses zwischen
Aufwand und Nutzen eines solchen Betriebskonzeptes. Denn immerhin
wurden nun Fahrzeuge für einen Umlauf von Brandis bis nach Leipzig
und zurück benötigt sowie ein Personenverkehr mit Stundentakt
zwischen Beucha und Brandis gefahren - und das allein für die
Nutzer des Bahnhofes Brandis. Dabei wohn(t)en in ganz Brandis lediglich
etwa 5.000 Einwohner, die wiederum auch nicht alle in unmittelbarer
Nähe zum Bahnhof wohn(t)en... Bei einem solchen Betriebskonzept
hätte wohl mindestens jede/r 5. Einwohner/in von Brandis
täglich mit der Bahn fahren müssen, um ein
günstigeres Kosten-Nutzen-Verhältnis dieses Betriebskonzeptes
zu erreichen...
(C)A.Kurth