umfangreich updated 2006

Abschnitt Kall - Gemünd - Olef - Schleiden

Der Abschnitt Kall - Schleiden der Oleftalbahn konnte bislang noch betriebsfähig erhalten werden. Dieser Abschnitt wurde größtenteils noch bis in dieses Jahrzehnt für Militärtransporte zum Truppenübungsplatz Vogelsang genutzt und der Militärverkehr offiziell erst 2005 eingestellt. Leidglich der kleine Abschnitt zwischen dem Rangierbahnhof Höddelbusch, wo die Militärfahrzeuge ent, - oder beladen wurden, und der Stadt Schleiden wurde im Militärverkehr nicht genutzt - diesen Abschnitt pachtete daher die Rhein Sieg Eisenbahn (RSE), um eine durchgehende Befahrbarkeit der Oleftalbahn von Kall bis zumindest noch Schleiden sicher zu stellen. So konnten ab Ende der 90er Jahre durch erfolgreiche Bemühungen der "Bahn und Bus Initiative Schleidener Tal" ("Bubi") anläßlich lokaler Veranstaltungen Pendelfahrten zwischen Kall und Schleiden im 2h - Takt angeboten werden.


Ebenfalls wurde dieser Abschnitt von zahlreichen Sonderfahrten bedient. Neben vielen Charterfahrten der Köln - Bonner - Eisenbahnfreunde e.V. (KBEF) sei hier u.a. eine Fotofahrt des Eifelbahn e.V. aus dem Jahr 2004 genannt, bei der erstmals wieder ein stilechter Schienenbus der Baureihe 795 ins Schleidener Tal kam:


(C) info@eifel-freizeitprogramme.de
Schienenbus des Eifelbahn e.V. im Bf. Gemünd, April 2004

Das Militär ging, der "Nationalpark Eifel" entstand: mit dessen Eröffnung im Jahr 2004 wurde Gemünd zum "Tor des Nationalparks". Die Oleftalbahn tangiert somit zwischen Kall und Schleiden nun einen "Nationalpark" und hat ein entsprechend großes touristisches Potential: ab Pfingsten 2004 wurde ein Touristikverkehr an (saisonal) allen Sonntagen und Feiertagen durch den VRS eingerichtet, wodurch die Oleftalbahn erstmals seit 1981 wieder planmäßigen Personenverkehr und somit auch Trasseneinnahmen erhielt. Den Verkehr führte die Dürener Rurtalbahn bei deutlich steigender Frequentierung mit modernem Regio Sprinter durch, wobei der Zug morgens als Direktverbindung von Düren über Zülpich und Euskirchen nach Gemünd verkehrte und abends wieder zurück. 2004 wurden diese Fahrten ausschließlich zwischen Kall und Gemünd durchgeführt, 2005 auf dem gesamten Abschnitt zwischen Kall, Gemünd und Schleiden:

(C) info@eifel-freizeitprogramme.de
Regiosprinter im Auftrag des VRS-Touristikverkehrs bei der legendären Ortsdurchfahrt von Olef im Jahr 2005.


Leider ging die bis dahin erfolgreiche Geschichte aber noch weiter: die Bestellung der Touristikverkehre durch den VRS war zunächst nur auf zwei Jahre befristet und lief 2005 aus. Weitgehend unabhängig von der Frequentierung war kein politisches Interesse am Erhalt der Verkehre zu erkennen, da seit 2006 täglich im Stundentakt ein Schnellbus (zuschlagspflichtig !) den DB-Bahnhof Kall mit dem "Nationalpark Eifel" verbindet. Der letzte Betriebstag war der 16. Oktober 2005.

Der Abschnitt Kall - Höddelbusch, bereits 2004 erstmals ausgeschrieben, wurde im Februar 2006 durch DB Netz erneut zur Abgabe öffentlich ausgeschrieben. Sollte keine Übernahme durch ein anderes EIU zu Stande kommen, würde somit auch dieser Abschnitt nun stillgelegt.

Um die Bemühungen zur Infrastrukturübernahme zu unterstützen, gelang es 2006 den touristischen Schienenverkehr auf Privatinitiative fortzusetzen. Nun muss abgewartet werden, ob jetzt auch die Infrastrukturübernahme erfolgt sowie ob hiermit der Touristikverkehr dauerhaft fortgesetzt werden könnte.
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Mithilfe dringend benötigt, um an "bessere Zeiten" auf diesem Streckenabschnitt zu erinnern: Sie haben Infos vom historischen Zugbetrieb, Fotos, Umlaufpläne, Fahrgastzählen oder sonst etwas interessantes und möchten dazu beitragend die Erinnerung an diese Nebenbahn lebendig zu halten ?  e-mail an info@pro-schiene.de