Abschied von der Strecke Prüm - Pronsfeld

Bereits im Mai 2000 war der Streckenabschnitt Prüm - Pronsfeld aufgrund der gravierenden Oberbaumängel betrieblich gesperrt worden, sodass eine Dampfsonderfahrt am 07.05.2000 außerplanmäßig nur noch bis zum Bahnhof Prüm verkehren konnte. Der Oberbau Prüm - Pronsfeld war schon seit Jahren in einem so desolaten Zustand gewesen, dass hier abschnittsweise nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von 6km/h zulässig gewesen war!

Nach der Genehmigung der Gesamtstilllegung Gerolstein - Prüm - Pronsfeld (Juni 2001) wurden dann auch sehr zeitnah neue Nutzungspläne für die brach liegenden Flächen des Prümer Bahnhofes entwickelt und ein Freistellungsverfahren von Bahnbetriebszwecken nach § 23 AEG für die Strecke Prüm - Pronsfeld eingeleitet.


Letzte Abfahrt Prüm - Schienenbus im Bf. Prüm (12/2000, (C) A.Kurth)

Keine zwei Jahre nach der letzten Abfahrt eines Schienenbusses im Prümer Bahnhof (Dezember 2000) rollten daher bereits im Sommer 2002 die Bagger an und demontierten die gesamten Gleisanlagen des Bahnhofes Prüm. Das aus Gerolstein kommende Streckengleis wurde somit in Höhe des Prümer Bahnhofes unterbrochen.


Gleisende an der Prümer Basilika: Westeifelbahn im Jahr 2005

Die Aufnahmen auf dieser Seite stammen aus dem Jahr 2005 - drei Jahre nach dem Gleisabbau im Prümer Bahnhof und noch immer vor der tatsächlichen Neunutzung des Prümer Bahnhofes. Der Streckenabschnitt Prüm - Pronsfeld war somit aber bereits in jeder Hinsicht "totes Gleis": ohne Anbindung an die Strecke Gerolstein - Prüm, in desolatem Infrastrukturzustand und wohl auch bereits nach § 23 AEG von Bahnbetriebszwecken freigestellt ("entwidmet").: Die letzten Tage (Monate, Jahre,...) einer über 100jährigen Bahnstrecke...


Die Schrankenanlagen waren bereits demontiert, das Herunterkurbeln der Schranken nur noch eine Erinnerung (2005)






"Stilleben" im Bahnhof Pronsfeld anno 2005: zahlreiche Weichen und Gleise liegen brach

Einzig eine kleine Hoffnung hat es - anno 2005 - noch für die Strecke Prüm - Pronsfeld gegeben: Eine Nutzung der Bahngleise für touristische Draisinenverkehre. Insbesondere der Bahnhof Pronsfeld wäre hierfür mit seinen noch umfangreich erhaltenen Gleisanlagen (und noch bis zu sechs nebeneinander liegenden Gleisen!) ideal gewesen, um auf diese Weise als Zeugnis der Eisenbahngeschichte in der Westeifel erhalten zu werden.

Wie hätte ein solcher Draisinenbetrieb im Bahnhof Pronsfeld aussehen können? Ein Vorbild hätte bspw. der Bahnhof Mittenwalde bei Berlin sein können, der seit Jahren erfolgreich für Draisinenverkehre genutzt wird.

Alle Bemühungen um den Streckenabschnitt Prüm - Pronsfeld blieben aber erfolglos: Die Politik wollte die Verlängerung der vorhandenen Radwege über die Bahntrasse bis nach Prüm - und hatte hierfür - im Gegensatz zum Streckenabschnitt Gerolstein - Prüm - auch alle rechtlichen Voraussetzungen, um dies zeitnah realisieren zu können.

Nur am Rande sei angemerkt, dass dies aber (bislang) lediglich bis Niederprüm konsequent verfolgt wurde und die Radler in Niederprüm zwischen einer aspahltierten (und ausgeschilderten!) Nebenstrecke und einer nicht asphaltierten Bahntrasse "wählen" können....



Blick auf Anfang 2005 freigeschnittene Gleisanlagen im Bahnhof Pronsfeld