Schieneninfrastruktur (1996 - 2003)

Als die "Prignitzer Eisenbahn" am 29.09.1996 den Personenverkehr als Subunternehmer "im Auftrag der DB AG" aufnahm, war die Strecke zwischen Pritzwalk und Putlitz betriebsfähig. Das klingt selbstverständlich, war es aber nicht: Denn ein schweres Hochwasser hatte wenige Jahre zuvor einen erheblichen Schaden an der Brücke zwischen Kuhbier und Groß Langerwisch angerichtet, sodass die Schieneninfrastruktur zunächst wegen Unbefahrbarkeit "betrieblich gesperrt" worden war. Eine "betriebliche Sperrung" wegen Infrastrukturschäden war in den 90er Jahren auf den ehemaligen Gleisen der Deutschen Reichsbahn keine Seltenheit und führte dann dazu, dass ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde, der dann wiederum nicht selten auch zur Dauerlösung wurde. Es war das Jahr 1993 gewesen und die für die Strecke seinerzeit noch verantwortliche "Deutsche Reichsbahn" ohnehin von Rationalisierungen und Vorbereitungen zur "Marktfähigkeit" im Zuge der Gründung der "Deutschen Bahn AG" zum 01.01.1994 betroffen gewesen. Daher waren die Zweifel nicht gering gewesen, dass man aus wirtschaftlichen Gründen von einer Investition zum Erhalt einer Bahnstrecke in der dünn besiedelten Prignitz lieber absehen würde. Doch die Bemühungen um den Erhalt der Strecke Pritzwalk - Putlitz waren schließlich doch erhört worden, sodass der Zugverkehr noch im November 1993 wenige Wochen vor der Auflösung der "Deutschen Reichsbahn" wieder hatte aufgenommen werden können. So war die Strecke Pritzwalk - Putlitz zum 01.01.1994 als betriebsfähige Schieneninfrastruktur in das Netz der neu gegründeten "Deutschen Bahn AG" aufgenommen worden.

Während die "Prignitzer Eisenbahn" inzwischen für den Personenverkehr verantwortlich war und hier die "Deutsche Bahn AG" seit 1998 komplett abgelöst hatte, beauftragte die "Deutsche Bahn AG" zum 01.01.1999 die neu gegründete "DB Netz AG" mit dem Infrastrukturbetrieb Pritzwalk - Putlitz nach §6 AEG. Die "Prignitzer Eisenbahn" musste zur Nutzung der Trasse entsprechende Gebühren an die DB Netz AG zahlen und die DB Netz AG hielt die Strecke betriebsfähig instand, obgleich sie selbst keinerlei Verkehre zwischen Pritzwalk und Putlitz mehr abwickelte. Obgleich somit die DB Netz AG jahrelang die Infrastruktur eines Mitbewerbers betrieb, funktionierte dieses Modell jahrelang durchaus erfolgreich. Denn solange der Fortbestand des Personenverkehres nicht langfristig gesichert war, konnte es ohnehin nur um den Erhalt des Status Quo gehen. Leitlinie der brandenburgischen Verkehrspolitik war aber Strecken zu modernisieren und zu ertüchtigen, um deren Fortbestand durch schnellere Fahrtzeiten zu sichern. Nachdem so bereits die DB-Strecken Pritzwalk - Wittststock und Pritzwalk - Wittenberge im Zuge des "Prignitz Express" ausgebaut waren bzw. wurden, sollte mit dem Abschluss eines langfristigen Verkehrsvertrages für die Strecke Pritzwalk - Putlitz im Jahr 2003 nun auch eine Modernisierung und Ertüchtigung dieser Infrastruktur auf den Weg gebracht werden. Hierfür musste nun aber 2003 ein neues Modell zum Infrastrukturbetrieb gefunden werden.




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