Schieneninfrastruktur (2004-2011)

Zum 01.01.2004 wurde die "Prignitzer Eisenbahn", bislang nur Betreiber des Personenverkehres zwischen Pritzwalk und Putlitz, auch verantwortliches Eisenbahninfrastrukturunternehmen nach §6 AEG für die Strecke Pritzwalk - Putlitz. Möglich wurde dies, indem der Landkreis Prignitz von seinem Rückgaberecht für die einst enteignete Schieneninfrastruktur gegenüber der "Deutschen Bahn AG" als Rechtsnachfolger der "Deutschen Reichsbahn" Gebrauch machte. Die Strecke ging so zum 01.01.2004 komplett in das Eigentum des Landkreises über, der zugleich die "Prignitzer Eisenbahn" mit dem Weiterbetrieb beauftragte. Dieser wurden hierfür laut "Brandenburger Allgemeinen" insgesamt 9 Millionen EUR für Sanierungsmaßnahmen auf den Strecken Pritzwalk - Putlitz und Pritzwalk - Meyenburg - Landesgrenze (in Richtung Karow) für den Zeitraum von 2004 bis Ende 2006 vom Land Brandenburg in Aussicht gestellt. Im Rahmen des neuen langfristigen Verkehrsvertrages sollten durch das Zusammenspiel neuer Fahrzeuge des Typs Regio-Shuttle mit modernisierter Schieneninfrastruktur kürzere Fahrtzeiten möglich werden, um ein Zielkonzept mit einem Stundentakt auf allen Strecken der "Prignitzer Eisenbahn" umzusetzen. Wie hoch die tatsächlich vom Land schließlich investierten Mittel waren, ist aber nicht bekannt. Denn der Wind drehte sich in der brandenburgischen Verkehrspolitik nun sehr schnell. Die auffälligste Infrastrukturmaßnahme der "Prignitzer Eisenbahn" zwischen Pritzwalk und Putlitz war zunächst der Bau des neuen Haltepunkts "Putlitz Süd" für die Besucher des jährlichen Festivals, der 2005 in Betrieb ging. Weitere Investitionen erübrigten sich schnell, als sich 2006 die Einstellung des Personenverkehres abzeichnete und der Verkehrsvertrag für die Strecke Pritzwalk - Putlitz in Folge der Kürzung der Regionalisierungsmittel zum Dezember 2006 tatsächlich gekündigt wurde.

Die "Prignitzer Eisenbahn" investierte dann aber schließlich im Sommer 2007 erneut in den Bau eines neuen Haltepunkts: Es entstand der Haltepunkt "Pritzwalk West", zu dessen Bedienung auch der Personenverkehr zwischen Pritzwalk und Putlitz in reduziertem Umfang Montag bis Freitag mit Unterstützung des Landkreises wieder aufgenommen wurde. Leitgedanke war hierbei aber nun die betriebsfähige Infrastruktur des Landkreises auch weiterhin zu nutzen und nicht mehr - wie noch vier Jahre zuvor - die betriebsfähige Infrastruktur durch weitere Investitionen zukunftsfähig auszubauen. Denn ein Interesse des Landes an der Strecke Pritzwalk - Putlitz bestand weiterhin nicht mehr.

Nachdem sich die "Prignitzer Eisenbahn" bereits wenige Monate zuvor von der Betriebsführung im Personenverkehr zurückgezogen hatte, endete mit dem kompletten Rückzug der "Prignitzer Eisenbahn" aus dem Infrastrukturbetrieb schließlich rückwirkend zum 31.12.2011 auch der Infrastrukturbetrieb Pritzwalk - Putlitz durch die "Prignitzer Eisenbahn".




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